Aus  Festschrift 1933
Aus Festschrift 1933

Rudolf Jungmair (1813 —1875)

 

Neben dem Meister Franz Stelzhamer (Franz von Piesenham) schufen gleichzeitig viele andere Mundartdichter in allen Teilen unseres Landes, ihre Werke. Zu den liebenswürdigsten Dichtergestalten um die Mitte des 19. Jahrhunderts gehörte Rudolf Jungmair. Er wurde 1813 auf Schloß Ebenzweier bei Gmunden geboren. Nach der Matura in Kremsmünster studierte er Jus. Seine beruflichen Stationen führten ihn von Gmunden über Wels, Rohrbach, Mattighofen nach Vöcklabruck, wo er als k.k. Statthalterei-Konzipist an der Bezirkshauptmannshaft tätig war. Bereits in seiner Jugend begann er in der Volkssprache zu dichten und der Traunviertler Mundart blieb er treu bis zu seinem Ende. Seine Schalkhaftigkeit und sein Humor machten auch vor Akten nicht halt, und so manches Verserl fand sich zwischen dem nüchternen Amtsdeutsch:


„…und wo ein trockener Bericht soll stehen

sind Verse bald und Reime gar zu sehen; auch wird es so im Amte selbst ganz heiter, geht auch dabei manch Aktenstück nicht weiter.“

 

Als Mitglied der Paixhanslia verschönte er durch den Vortrag seiner Dichtungen viele Luckenabende. Aus der Festschrift von 1933 zum 120. Geburtstag ist zu lesen:


„...Besonders in der Paixhanslia einer fröhlichen, aber auch der Pflege edler Kunst bis heute dienenden Vereinigung.....verkehrte er gerne..."           

 

Es versteht sich fast von selbst, dass er zu unseren Ehrenschlaraffen zählt. Sein Name "Freidhof" entstammt folgenden Zeilen:


„Du oansamer Freidhof,

Dich scheuchen die Leut, Du mahnst oan halt z'ernstli:

Zum Umkehr'n war Zeit!"


Sein Ehrengrab befindet sich an der Südseite des großen Turms der Kirche Maria Schöndorf in Vöcklabruck.

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